Ein Beitrag vom Bundesverband Theater im öffentlichen Raum.
www.theater-im-oeffentlichen-raum.de
Rückschau Blickwinkel, 4. und 5. November 2025, Dinslaken
Mit viel Stolz blicken wir auf die Fachtagung Blickwinkel am 4. und 5. November in Dinslaken zurück. Zahlreiche Teilnehmerinnen aus Kulturpolitik, Verwaltung, Festivals und der freien Kunstszene waren dabei. Unter dem Motto „Horizonte – Gemeinschaftsbildung schafft Zukunft“ luden wir dazu ein, den Blick zu öffnen und gewohnte Schubladen zu verlassen. Ein Thema, das aktueller kaum sein könnte – gerade jetzt, wo Budgets schrumpfen und neue Netzwerke wie auch Allianzen immer wichtiger werden. Dr. Target Youseff, Kulturdezernentin der Stadt Dinslaken, bezog klar Stellung: Kultur müsse im Zentrum kommunaler Zukunftsplanung stehen. Sie sei das Herz einer Stadt, Teil der Daseinsvorsorge und müsse für alle zugänglich sein – und genau hier spielen die Darstellenden Künste im öffentlichen Raum eine große Rolle. In ihrem leidenschaftlichen Impuls-Vortrag brachte Dr. Schneider-Bönninger, Kulturdezernentin der Stadt Bonn, zwölf Zukunftsthesen mit. Sie zeigte auf, dass die Darstellenden Künste im öffentlichen Raum entscheidende Beiträge zu den kommenden Veränderungen in Kultur und Gesellschaft leisten können. Für den notwendigen Wandel kultureller Strukturen brauche es Agilität, Zusammenarbeit, Mut zum Experiment und echte Transformation – Kompetenzen, die Künstlerinnen ohnehin mitbringen.
Auch Christina Stausberg vom Deutschen Städtetag bereicherte die Tagung. Sie sprach über die Herausforderungen und Chancen der Innenstadtentwicklung und erklärte, warum Kultur im Konzept der 15-Minuten-Stadt – in der man Bildung, Kultur, Versorgung und ÖPNV bequem in 15 Minuten erreicht – eine Schlüsselrolle spielt: Kultur ist Motor für lebendige Stadtentwicklung.
In der anschließenden Panel-Diskussion brachte Jana Korb – Künstlerin und Initiatorin der Circus-Mühle Kelbra sowie des Kunstraum Kelbra e.V. – die Perspektive des ländlichen Raums ein. Sie zeigte eindrücklich, wie wichtig Beziehungspflege und Vertrauen sind, um als Kulturort wahrgenommen zu werden und Publikum langfristig aufzubauen.
Am Ende wurde in den Vorträgen wie auch im Panel eines ganz deutlich: Die Herausforderungen, vor denen Kulturschaffende und kommunale Akteurinnen in den kommenden Jahren stehen, lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Besonders erfreulich war, dass der Zuspruch zahlenmäßig so groß war, zwischenzeitlich zählten wir 80 Zuhörerinnen, die sich auch aktiv in die Diskussionen und den Workshops einbrachten.




